Indiebookday 2018: Vielfalt und sehr sehr viel Liebe

„Ihr liebt schöne Bücher“, heißt es auf der Website des Indioebookdays. Die vier Wörter sind als Feststellung zu werten und nicht als Frage, denn es folgt ein „.“ und kein „?“. Wer könnte schließlich auf eine solche Frage auch mit „nein“ antworten? Eben.

Um all die schönen Bücher, und zwar vornehmlich solche aus den kleinen und unabhängigen Verlagen, vor den Vorhang zu holen, wurde 2013 vom deutschen Mairisch Verlag zum ersten Mal der Indiebookday ins Leben gerufen. Analog zum Record Store Day, der das Scheinwerferlicht zumindest für einen kurzen Moment auf Indie-Labels und kleine Plattenläden lenken soll, sollte der Indiebookday auf die unzähligen Kleinverlage hinweisen, die in der öffentlichen Wahrnehmung gegen die PR- und Marketing-Tanker der Großverlage oftmals keine Chance haben. An diesem Samstag, dem 24. März 2018, findet der Indiebookday zum bereits sechsten Mal statt, nicht nur in Deutschland, sondern mittlerweile auch in Großbritannien oder Brasilien. Und – natürlich – auch in Wien.

Besonders verdient um den Indiebookday macht sich in der österreichischen Hauptstadt traditionell Lhotzkys Literaturbuffet im zweiten Bezirk, seit 2014 ist man mit eigenen Veranstaltungen dabei. „Der Indiebookday ist wichtig, um die Besonderheiten und das Engagement der unabhängigen Verlage zu präsentieren“, unterstricht Clara Felis von Lhotzkys Literaturbuffet den Stellenwert des Aktionstages. Die besondere Bedeutung der Kleinverlage liege in „ihrer Vielfalt und Diversität, zumal sie anders agieren können als große Verlagshäuser“. Für heuer nahm man sich in Lhotzkys Literaturbuffet vor, den Indiebookday für ein politisches Statement zu nutzen. So sind im Veranstaltungsprogramm die Verlage gegen Rechts vertreten, genauso wie andere gesellschaftliche und sozialengagierte Projekte wie die Theodor Kramer Gesellschaft oder die Tschutti Heftli. Geboten wird ab 12 Uhr ein abwechslungsreiches dreistündiges Programm, dass einen spannenden Einblick in die ansonsten nicht so im Schaufenster präsente Verlags- und AutorInnenszene bietet.

Nicht weniger spannend und abwechslungsreich wird es ab 15 Uhr in der Josefstadt zugehen, wo der karitative Buchladen Books4Life erstmals am Indiebookday teilnimmt. Auf dem Programm stehen fünf Kurz-Lesungen aus vier Verlagen, lesen werden zum Beispiel Jana Volkmann (Das Zeichen für Regen, Edition Atelier), Eva Lugbauer (Und am Ende stehlen wir Zitronen, Verlag Wortreich) oder Lukas Pellmann (Ehrenrunde, text/rahmen) sowie Stefan Kalnoky und Andreas Wiesenhofer von Hydra! Das endgute Satiremagazin. Auch bei Books4Life weiß man um die Bedeutung von unabhängigen Verlagen, wie Marion Wittfeld betont, denn diese „bringen mit sehr viel Liebe und sehr viel persönlichem Einsatz Bücher heraus, die in Konkurrenz zu den großen Verlagen oftmals weniger Aufmerksamkeit bekommen“. Zudem sind es oftmals AutorInnen und unabhängige Verlage, die Books4Life in seinem karitativen Bestreben mit Charity-Lesungen oder Buchspenden unterstützen. „Wir möchten den Indiebookday gleichsam nutzen, uns bei diesen AutorInnen und den kleinen, unabhängigen Verlagen für ihr Engagement und ihre Unterstützung zu bedanken“, so Wittfeld.

Wer die Idee des Indiebookdays weitertragen möchte, der kann dies ganz einfach tun: Marschiert am 24. März in die Buchhandlung eurer Wahl und kauft ein Buch aus einem unabhängigen Kleinverlag, postet anschließend ein Foto des Buchs in einem sozialen Netzwerk und verwendet den Hashtag #indiebookday. Denn ihr liebt sie doch auch, die schönen Bücher!

Alle weiteren Informationen zum Indiebookday findet ihr hier.

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