Wiener Verlage zu Gast bei der LBM 2019

Wenn an diesem Donnerstag die Leipziger Buchmesse ihre Pforten öffnet, warten (inklusive Lesefest Leipzig liest) 3.600 Veranstaltungen an 500 Orten in ganz Leipzig auf die Besucherinnen und Besucher. Im Mittelpunkt steht heuer das Gastland Tschechien. Mit von der Partie, sowohl auf der Messe als auch bei Leipzig liest, sind auch einige Verlage aus Wien. Books in Vienna hat sich vorab ein bisschen über deren Pläne für die LBM 2019 umgehört.

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Der Hauptverband des Österreichischen Buchhandels bietet mit dem Österreich Kaffeehaus auch heuer wieder einen beliebten Treffpunkt auf der LBM. Foto: Isabel Grubert/HVB

Vom 18. Jahrhundert bis zum Zweiten Weltkrieg war Leipzig die deutsche Buchhauptstadt schlechthin. Doch die Lage in der späteren DDR sorgte nicht nur dafür, dass viele Buchinstitutionen Leipzig den Rücken kehrten, auch der Austausch mit dem westlichen Ausland versiegte immer mehr. Und so lief Frankfurt am Main (inklusive der dortigen Herbstmesse) Leipzig in punkto Büchern den Rang ab. Doch österreichische Verlage machten trotzdem Station bei der Internationalen Leipziger Buchmesse, mit dem (der KPÖ gehörenden) Globus-Verlag kam der erste ausländische Aussteller nach dem 2. Weltkrieg sogar aus Wien. Mehr zur Geschichte der Leipziger Buchmesse findet ihr bei der Bundeszentrale für politische Bildung sowie bei MDR Kultur.

Folio: Mit Bora Cosic in der Alten Nikolaischule

Im Jahr 2000 war der Folio Verlag erstmals auf der Leipziger Buchmesse vertreten, heuer teilt man sich gemeinsam mit Czernin und Promedia einen Stand (Halle 4, D 206). „Die LBM ist nicht nur DAS Ereignis der Buch- und Medienbranche im Frühjahr, sie ist auch eine Messe, die AutorInnen und Inhalte feiert“, begründet Marialuise Thurner von Folio die Anwesenheit bei der LBM. Und auch die Folio-AutorInnen wissen Leipzig offenbar zu schätzen. So ist Eva Rossmann mit ihrem Krimi Im Netz gleich dreimal im Programm vertreten (siehe auch unten), Bora Cosic spricht in der LVZ-Autorenarena über sein neues Buch Immer sind wir überall, zusätzlich nimmt er an den Europäischen Autoren-Gesprächen in der Alten Nikolaischule teil. Außerdem ist Folio Mitveranstalter der Party der jungen Verlage am Institut für Zukunft. Weitere Highlights aus dem Folio-Frühjahrsprogramm auf der LBM 2019 sind unter anderem der Roman Drei Frauen von Dacia Maraini sowie SuperWien Metropole von Stefan Mayr und Cédric Ramière, ein visionärer Blick auf die Großregion Wien.

Czernin: Mit Patrik Ouredník durch die europäische Geschichte

Für den bereits erwähnten Czernin Verlag stehen auf der LBM vor allem jene Titel aus dem eigenen Frühjahrsprogramm im Mittelpunkt, die auch für den deutschen Markt von Interesse sind, hauptsächlich Literaturtitel und gesellschaftliche wie historische Sachbücher. „Heuer spielt auch die Tatsache, dass Tschechien das Gastland ist, für uns eine wichtige Rolle“, erklärt Karl Bichler von Czernin gegenüber Books in Vienna. Dementsprechend steht mit Patrik Ouredník auch ein tschechischer Autor aus dem Verlagsprogramm im besonderen Fokus. In seiner Europeana unternimmt er einen Kurztrip durch das Europa des letztens Jahrhunderts. Zudem stehen auf der LBM Informiert euch! von Nina Horaczek und Sebastian Wiese sowie In die Waagschale geworfen von Renate Welsh im Mittelpunkt.

Kremayr & Scheriau: Mit Andrea Stift-Laube in der Moritzbastei

Der Verlag Kremayr & Scheriau ist beim Gemeinschaftsstand des Hauptverbandes des Österreichischen Buchhandels (Halle 4, E 208) dabei. „Die Buchmesse bietet nicht nur die Möglichkeit, das Verlagsprogramm zu präsentieren, sondern ist auch immer eine gute Gelegenheit, Termine mit den unterschiedlichsten Leuten in der Buchbranche zu haben“, erklärt Katharina Hofbauer von Kremayr & Scheriau. Im Mittelpunkt der Verlagsaktivitäten auf der LBM steht heuer die Autorin Andrea Stift-Laube mit ihrem Roman Schiff oder Schornstein. Sie liest unter anderem im Österreich Kaffeehaus sowie im Rahmen der Langen Leipziger Lesenacht in der Moritzbastei. Passend zum diesjährigen Gastland Tschechien ist Kremayr & Scheriau darüber hinaus auch mit der Autorin Rhea Krcmárová und ihrem Erzählband Böhmen ist der Ozean vertreten.

Picus: Thomas Sautner und Robert Misik im Gepäck nach Leipzig

Bereits seit den 1990ern auf der Leipziger Buchmesse vertreten ist auch der Picus Verlag, der sich auf der LBM einen Stand mit dem Salzburger Otto Müller Verlag teilt (Halle 4, D212). Bei Picus weiß man vor allem den Kontakt mit dem Publikum sowie JournalistInnen und KollegInnen auf der LBM zu schätzen, wie Verleger Alexander Potyka gegenüber Books in Vienna betont. Im Gepäck mit nach Leipzig hat Picus unter anderem Thomas Sautners neuen Roman Großmutters Haus sowie Robert Misiks politische Streitschrift Herrschaft der Niedertracht.

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Insgesamt präsentieren sich heuer fünfzehn österreichische Verlage auf dem Gemeinschaftsstand des HVB. Foto: Mandy Putz/HVB

Wer weitere Wiener Verlage kennenlernen will, die/der findet auf dem 150 Quadratmeter großen Gemeinschaftsstand des Hauptverbandes des Österreichischen Buchhandels (Halle 4, E 208) ausgiebig Gelegenheit dazu. Im angeschlossenen Österreich Kaffeehaus finden zahlreiche Lesungen statt, unter anderem am Donnerstag mit Eva Rossmann (das komplette Veranstaltungsprogramm im Österreich-Kaffeehaus findest Du hier, PDF). Gleich nebenan (Halle 4, E209) ist die heimische IG Autorinnen Autoren mitsamt weiterer heimischer Verlage vertreten.

Wer übrigens nicht selbst in Leipzig dabei sein kann, dem/der sei das Messeprogramm von Literadio empfohlen. An allen vier Messetagen sendet Literadio vom Stand der IG Autorinnen Autoren, Infos zum Programm findet ihr hier.

Fotocredit Titelbild: Tom Schulze/LBM (Glashalle der Leipziger Buchmesse)